Unfallbilanz 2006 - Bei Moped 15 schrillen die Alarmglocken
Veröffentlicht am Dienstag 17 April 2007 10:04:04 von Andreas.Kunz
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Neuerlicher Rückgang bei Verkehrsunfällen, Verletzten und Getöteten. Unfälle 15-jähriger Mopedlenker laufen aus dem Ruder - KfV fordert ein Mehrphasenausbildungs-Modell.
Die Zahl der im österreichischen Straßenverkehr getöteten Menschen sinkt kontinuierlich weiter. Während 2005 768 Personen ums Leben kamen, mussten 2006 730 Menschenleben beklagt werden. "Das Ziel des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms für 2006 von maximal 671 Toten haben wir klar verfehlt", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Man muss aber auch sehen, dass sich die Zahl der Unfälle um 2,5 Prozent auf 39.884 und die Zahl der Verletzten um 2,4 Prozent auf 51.930 weiter verringert hat. Im Jahr 2002 standen wir bei 43.175 Unfällen und 56.684 Verletzten." Dass in diese beiden Variablen nun auch Bewegung kommt, zeigt, dass die Maßnahmen der letzten Jahre zu greifen beginnen. So gab es dank Mehrphasenausbildung auch 2006 wieder weniger Unfälle mit 18- bis 24-jährigen Pkw-Lenkern (2005: 11.001, 2006: 10.095) und auch die Zahl der Alkoholunfälle ist rückläufig (2005: 2.746, 2006: 2.579), nachdem die Kontrolldichte durch die Alkoholvortestgeräte drastisch erhöht werden konnte. Absolute Sorgenkinder sind hingegen die 15-jährigen Mopedlenker, ein Bereich, in dem die Unfall- und Verletztenzahlen förmlich explodieren. Das KfV fordert daher ein Mehrphasenausbildungs-Modell analog zu den Pkw-Führerscheinanfängern.
Moped 15 - Gegenmaßnahmen dringend notwendig!
Seit 1997 ist es möglich, mit 15 Jahren den Mopedausweis zu erwerben. Ursprünglich war daran eine Reihe von Bedingungen geknüpft, wie etwa eine verkehrspsychologische Untersuchung und eine Erklärung von Arbeitgeber oder Schule, dass der tägliche Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zumutbar ist. Diese zwei Bestimmungen wurden in den Jahren 2002 bzw. 2005 aufgehoben, seither steigen die Unfallzahlen unaufhaltsam. Gegenmaßnahmen wie ein achtstündiger Theorieteil und sechs Stunden praktische Ausbildung haben den Trend nicht gestoppt. Im Jahr 2002 gab es 232 Unfälle mit 15-jährigen Mopedlenkern, 2006 liegt die Zahl der Unfälle mittlerweile bei 1.378. Insgesamt wurden dabei 1.311 15-Jährige Lenker verletzt und drei getötet. Damit machen Unfälle mit 15-jährigen Mopedfahrern bereits 29 Prozent an allen Mopedunfällen (2006: 4.761) aus, mit einem Anteil von beinahe 31 Prozent sind dabei die Alleinunfälle sehr stark vertreten. "Diese Zahlen sollten alle Alarmglocken schrillen lassen", betont Thann. "Wir sehen wie erfolgreich die Mehrphase für Pkw-Fahranfänger ist. Ein ähnliches Modell sollte daher auch für Moped 15 überlegt werden." Vor allem müssten auch die Erziehungsberechtigten intensiver in Vorgespräche einbezogen werden, bevor ein Jugendlicher den Mopedausweis erwerben kann.
Dass sich die Unfallbilanz weiter verbessert hat, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor einiges in punkto Verkehrssicherheit zu tun gibt.
Mehrphase für Moped 15
"Vordringlichstes Problem ist Moped 15. Zu diesem Thema müssen sich alle Verantwortlichen so schnell wie möglich an einen Tisch setzen, um den permanenten Unfallanstieg endlich zu stoppen", fordert Thann. "Wir sprechen uns auf jeden Fall für ein Mehrphasenmodell für 15-jährige Mopedlenker aus."
Quelle: Presse aussendung des Kuratorium für Verkehrssicherheit - Mag. Dolores Omann
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